Archive for the ‘Politik’ Category

Der lachende Mann – Bekenntnisse eines Mörders

Sunday, December 4th, 2011

Siegfried Müller, genannt Kongo-Müller, war Oberfähnrich der Wehrmacht und nahm während des Zweiten Weltkriegs u.a. am Russlandfeldzug teil. Mit einem Steckschuss in der Wirbelsäule geriet der querschnittsgelähmte Siegfried Müller in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde. Anschließend diente er für acht Jahre in den so genannten Amerikanischen Dienstgruppen, versuchte der Bundeswehr beizutreten, wurde jedoch abgelehnt.

Für eine Erdölfirma räumte Siegfried Müller anschließend Minen Nordafrika und ging 1962 nach Südafrika, wo er Kontakte knüpfte, um anschließend für den Politiker Moise Tschombé als Söldner im Kongo zu arbeiten.

Unter der Führung von Mike Hoare (Mad Mike) schlugen Kongo-Müller (Major Müller) und rund 700 weiße Söldner den Aufstand der Simbas 1965 im Ost-Kongo blutig nieder. Die Söldner stammten aus Frankreich, Südafrika, England, Irland, Belgien und Deutschland.

Kongo-Müller führte das Kommando 52 während der Operation Tshuapa und befehligte eine Einheit von 40 weißen Fallschirmjägern und 150 schwarzen Söldnern. Die Bevölkerung hatte der Truppe den Spitznamen Les Affreux, die Schrecklichen, gegeben.

In dem Filminterview erzählt Siegfried Müller alias Kongo-Müller über seine Erlebnisse und Kriegsverbrechen im Kongo, prahlt jedoch nicht mit seinen Taten, sondern stellt sich als friedfertigen Menschen dar – nahezu pausenlos grinsend.

Der lachende Mann – Bekenntnisse eines Mörders“, von Gerhard Scheumann und Walter Heynowski löste einen Skandal aus und wurde in der Bundesrepublik Deutschland verboten.

Teil 1/7

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Restrepo - Die blutige Wahrheit des Krieges (Deutsch)

Saturday, October 15th, 2011

Der Sanitäter und Soldat der US-Army, Juan Restrepo, war mit seiner Kompanie im Korengal-Tal in Afghanistan eingesetzt. Das Korengal-Tal, auch Tal des Todes genannt, ist eines der meist umkämpften Gebiete Afghanistans - im Jahr 2007 fanden im Korengal-Tal allein 1/5 aller Gefechte statt. Die täglichen Angriffe der Taliban und Al-Kaida Kämpfer prägen den Alltag und zehren an den Nerven der Soldaten. Abgeschnitten vom Rest der Welt, ohne Internet, Telefon, Strom und Wasser, überleben die Soldaten der 173. Luftlandebrigade die Tage irgendwie, oder auch nicht.

Bei einer Patrouille gerieten Juan Restrepo und seine Männer in einen Hinterhalt, bei dem der gerade einmal 20-jährige durch zwei Schüsse in den Hals getroffen wurde und noch beim Abtransport im Hubschrauber verblutete.

Zu Ehren des gefallenen Kameraden, Juan Restrepo, wurde der neue Außenposten, mitten in der Hochburg der Taliban und Al-Qaida, nach ihm benannt: Restrepo. Der Sinn des Außenpostens war angeblich die Sicherung einer wichtigen Straße.

Die Regisseure Sebastian Junger und Tim Hetheringon begleiteten die 15 Soldaten der 173. Luftlandebrigade der US-Army ein Jahr lang. Der Zuschauer erfährt alle Informationen und Meinungen direkt vom Frontsoldaten, ungeschönt und ehrlich, während und nach dem Einsatz. Generäle und Diplomaten wurden absichtlich nicht interviewt.

Der Film Restrepo hat mehrere Auszeichnungen erhalten, u.a. als bester Dokumentarfilm, und löste heftige Kritik am Afghanistan-Krieg aus.

Teil 1/4

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Diebe im Gesetz - die russische Mafia

Wednesday, July 14th, 2010

Die Organisation der Diebe im Gesetz (Wory w sakone) entstand während der Stalin-Ära in Gefangenenlagern, sogenannte GULags. Die Diebe im Gesetz sind international in der organisierten Kriminalität tätig und gelten als die Russische Mafia. Trotz der Mafiastrukturen und den verübten Straftaten, bei denen auch Zivilisten zu Opfern werden, sind die Diebe im Gesetz in der bürgerlichen Gesellschaft hoch angesehen.

Die Mitglieder stammen zum großen Teil aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion und leben nach ihren eigenen Regeln, das russische Gesetz interessiert dabei nicht. Zu den eisernen Regeln gehört in erster Linie die Schweigepflicht gegenüber der Polizei und verbietet jegliche Zusammenarbeit mit den Gesetzeshütern. Außerdem dürfen die Gangster keinen normalen Beruf ausüben und keine Familie gründen, weshalb sich die Organisation schon grundsätzlich von den Mafia-Familien unterscheidet.

Ein Teil des erwirtschafteten Geldes wird zentral in einer gemeinsamen Kasse eingezahlt, um zum Beispiel inhaftierte Mitglieder finanziell zu unterstützen. Die regelmäßigen Treffen sind Pflicht. Markante Tätowierungen der Diebe im Gesetz sind ein Haupterkennungsmerkmal. Die Tattoos verraten viele wichtige Informationen, wie z.B. den Status des Diebes und seine Verurteilungen und Haftstrafen. Der Offizier und Autor Danzig Baldajew erforschte diese jahrelang.

Heutzutage lassen sich manche Gangster die Tätowierungen entfernen, um in der Öffentlichkeit nicht negativ aufzufallen. Der Film “Tödliche Versprechen - Eastern Promises” basiert auf diesem Thema.

Teil 1/9

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Cocaine Cowboys - Kokain-Krieg in Miami

Friday, September 18th, 2009

In den frühen 1980er Jahren überschwemmte Kokain aus Mittel- und Südamerika den Drogenmarkt in Miami und lieferte Filmen wie Blow, Miami Vice und Scarface ihr Drehbuch. Die Zeit brachte viele Millionäre und noch mehr Tote hervor, die im blutigen Drogenkrieg ihr Leben ließen.

1980 kamen 125.000 Kubaner, die von Fidel Castro ausgewiesen wurden, in dem Stadtteil “Liberty City” in Miami unter - rund 5.000 waren Schwerverbrecher, die für einen schnellen Anstieg der Kriminalität sorgten. Im selben Jahr galt Miami als Drogenhauptstadt der USA.

Das Medellin-Kartell übernahm gewaltsam die Macht im Kokainhandel und ließ durch ihre skrupellosen Auftragskiller massenweise Konkurrenten ausschalten - im Kugelhagel starben auch zahlreiche Unschuldige. Eine wichtige Person im Kokainkrieg von Miami war Griselda Blanco, deren Cocaine Cowboys und Motorradkiller mehrere Massaker anrichteten. In keiner US-Stadt gab es mehr Morde pro Jahr.

Die gewaschenen Drogengelder verliehen der Stadt neuen Glanz, da die Drogenbosse das Geld irgendwo unterbringen mussten. Viele Kriminelle verloren nahezu ihr gesamtes Vermögen, als die Bank von Panama aufgrund von Korruption verstaatlicht wurde.

In diesem Dokumentarfilm erzählen Zeitzeugen (u. a. Dealer, Killer, Drogenkuriere, Ermittler, Reporter) über die Zeit und schildern, wie Miami in kürzester Zeit zum lukrativsten und gleichzeitig tödlichsten Ort der USA wurde.

Teil 1/12

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